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Die außergewöhnlichsten Wanderrouten in Ostfriesland

Top 3 der außergewöhnlichen Routen

Wandern ist das neue Joggen! Und wenn wir so durch die Facebook- und Instagram-Accounts klicken und in den Urlaubsfotos unserer Freunde und Bekannten stöbern, dann ist Wandern offensichtlich auch immer öfter das neue „Strandurlaub“ oder „Städtetrip“.

Im Ernst, Wanderurlaub ist voll im Trend. Vorbei ist die Zeit, in der nur ältere Herren mit Hut und Gehstock unterwegs waren. Wandern ist auch für junge Leute längst zum trendigen Natur- und Selbstfindungserlebnis geworden. Und das geht auch ganz ohne Berge, nämlich bei uns in Ostfriesland. Hier kommt der Beweis!

Zunächst zu einem Klassiker. Bestimmt hast du schon vom Ostfrieslandwanderweg gehört. Er ist der längste und älteste Wanderweg inOstfriesland und Teil des Europäischen Wanderwegs E9. Teilweise verläuft er auf der Strecke der ehemaligen Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund, die schon Ende 1969 stillgelegt wurde. Der exakt 96,37 Kilometer lange Wanderweg, auf dem man gerade mal zwölf Meter Höhenunterschied überwinden muss, führt von Rhauderfehn über Leer, Hesel, Großefehn, Holtrop, Aurich und Esens und endet in Bensersiel direkt an der Nordsee. Ein besonderes Highlight des Ostfrieslandwanderwegs sind die Kunstscheuerpfähle. Das sind 24 Kunstobjekte, die verschiedene Bildhauer und Skulpturenbauer entlang des Wanderwegs installiert haben. Und zwar tatsächlich auf Viehweiden, so haben die Kühe auch was von der Kunst.

Rund um das „Ewige Meer“, mit 91 Hektar Wasserfläche das größte Hochmoor Deutschlands, verläuft die Rad- und Wanderroute „Ewiges Meer Route“. Die 32 Kilometer lange Strecke führt durch die Gemeinden Großheide und Südbrookmerland, die Samtgemeinde Holtriem und die Stadt Aurich auf der einstigen Ausdehnung der Hochmoorregion. Auf dem Erlebnisweg findest du zehn Stationen, an denen Infotafeln landschaftliche und geschichtliche Besonderheiten des Moorgebietes erzählen. Außerdem sind alle Stationen mit einem sogenannten Pfahlgott gekennzeichnet. Die speziellen Stelen sind Nachbauten bearbeiteter Holzstämme aus der Steinzeit. Die wurden bei Ausgrabungen im Hochmoorgebiet Ostfriesland gefunden und stellen Gottheiten dar. Am Ende der Route kannst du noch das „Ewige Meer“ selbst umrunden, hier gibt’s nochmal einen eigenen Naturlehrpfad zum Thema Moor.

Zum Schluss haben wir noch einen Tipp, der etwas aus der Reihe fällt, weil der Weg keine Rundtour, sondern ein zwei- bis dreistündiger Fußmarsch mit einem bestimmten Ziel ist. Das Ziel ist das Schiffswrack an der Ostspitze der Insel Norderney. Dabei ist die Wanderung selbst durch die unberührte Dünenlandschaft auch schon ein Erlebnis. Aber das Highlight erwartet dich definitiv an Ende des Weges. Der rostige, zur Seite geneigte und über die Jahre bemalte und beschriftete Schiffsrumpf ist der vor über 50 Jahren hier gestrandete Muschelsauger „Capella“. Beim Versuch, einen havarierten Heringslogger zu befreien, lief er selbst bei Sturm auf die Sandbank auf und sitzt seitdem fest.

Unsere dringende Empfehlung: Wenn du das heimliche Wahrzeichen im Norderneyer Inselosten sehen willst, informiere dich vorher unbedingt über mögliches auflaufendes Wasser. Es besteht die Gefahr, von der Flut eingeschlossen zu werden! Die Strecke durch die Dünen ist recht anspruchsvoll und daher eher nicht für kleine Kinder geeignet. Und denkt dran, ihr müsst auch wieder zurück…

Aber der Anblick des historischen Wracks und die Aussicht auf Baltrum sind die Anstrengung auf jeden Fall wert.

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