Sensationsfund römischen Ursprungs
Da sprechen selbst die sonst eher zurückhaltenden Archäologen von einer Sensation: Sondengänger haben Ende des Jahres 2022 in Zusammenarbeit mit Experten der Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsinstitution „Ostfriesische Landschaft“ nach monatelanger Suche in der Nähe von Filsum (Landkreis Leer) 96 römische Silbermünzen gefunden. Dieser äußerst bemerkenswerte Fund auf einem Acker sei aus archäologischer Sicht deshalb eine Sensation, weil gerade römische Münzfunde in Norddeutschland selten vorkämen, betonten die Archäologen während der Präsentation in Aurich.
Genau genommen handelt es sich um 96 Denare aus der römischen Kaiserzeit. Wie das seinerzeitige Zahlungsmittel nach Filsum geriet, ist nicht genau geklärt. Niemand kann bisher sagen, ob sich in der Nähe eine Siedlung befunden hat oder ob es sich um das Versteck eines Söldners handelte. Zumindest die erste Variante wird aber eher ausgeschlossen.
Die jüngste Münze im Fund jedenfalls ist ein Denar aus der Zeit des Kaisers Septimius Severus (193 bis 211). Insgesamt wurden in Niedersachsen bislang 124 antike Horte dokumentiert, von denen allerdings viele unvollständig erhalten sind. Der Wert der 96 Silbermünzen von Filsum befindet sich nach Expertenangaben im vierstelligen Euro-Bereich, Sammler dürften dagegen eine wesentlich höhere Summe hinblättern. Früher entsprach der Wert dieses Geldes in etwa zwei Monatslöhnen.
Eine Entschädigung für die Entdecker gibt es übrigens nicht. Die Sondengänger haben ihre harte Arbeit ehrenamtlich geleistet und höchst seriös mit den Archäologen und Behörden kooperiert. Landschafts-Präsident Rico Mecklenburg drückte dies so aus: „Aber es sind Kindheitsträume wahr geworden.“
Der Münzfund von Filsum wird zunächst in der Raiffeisen-Volksbank Remels ausgestellt, später soll er unter anderem auch in der Ostfriesischen Landschaft am Georgswall in Aurich öffentlich zugänglich sein.
Adresse Ostfriesische Landschaft, Am Georgswall 1 – 5, 26603 Aurich
Kontakt und Information Telefon 04941 1799-23
Tipp In Sichtweite zum Gebäude der Ostfriesischen Landschaft befindet sich das Pingelhus, das alte Hafenwärterhaus des früheren Auricher Hafens. Es dient heute als ganz besonderes Trauzimmer.

Leseprobe aus dem Buch
111 Orte in Ostfriesland, die man gesehen haben muss
Erschienen im Emons-Verlag, Autoren: Lena und Manfred Reuter
Land zwischen Teezeremonie und Energiewende
Ostfriesland. Weit mehr als schwarzer Tee und Windmühlen. Längst hat sich die Halbinsel im Norden der Republik zu einer Top-Urlaubsadresse etabliert. Und dennoch gibt es dort jenseits der Touristenattraktionen verborgene Orte, mystische Geschichten und kulturhistorische Schätze, die in ihren Bann ziehen. Ostfriesland ist vor allem wesentlich moderner und innovativer als sein Ruf. Moderne Häfen, erneuerbare Energien, mutige Start-Ups und pfiffige Freizeitangebote machen die Region zwischen Dollart und Jadebusen zu einem ebenso liebenswerten wie wertvollen Lebensraum

Lena Reuter, geboren 1985 in Aurich, kommt aus und schreibt über Ostfriesland. Unter anderem arbeitet Sie an Ihrem Krimi-Debüt und hat die 111 Orte- Reihe mit Büchern über Norderney und Aurich bereichert.
Tipp aus 111 Orte in Ostfriesland: Der Münzacker von Filsum
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Tipp aus 111 Orte in Ostfriesland: Der Skulpturengarten
Im Wittmunder Stadtteil Funnix gibt’s abstrakte Kunst zu sehen. Und zwar im Skulpturengarten. Der etwa ein Hektar große Garten gegenüber der Kirche bereichert seit 2007 Ostfrieslands Kunstszene.
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Tipp aus 111 Orte in Ostfriesland: Der Rettungsring der Adelheid
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Wo jetzt die Spielvereinigung Aurich ihr Vereinsgelände hat und sich alles um Fußball dreht, da ging es in den letzten etwa 110 Jahren oft deutlich ernster zu. Das Ellernfeld südlich der Auricher Innenstadt, auf dem heute auch das Hallen- und
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