Das Doornkaat-Areal
Kultbrennerei-Gelände auf dem Weg in die Zukunft
„Schätzelein, trink noch ein‘!“ Horst Schlämmer, Hape Kerkelings Kult-Kunstfigur, genehmigt sich gerne mal einen. Und da ist er anscheinend nicht der einzige, denn den dreifach gebrannten Korn in der grünen Vierkantflasche gibt es schon seit fast 220 Jahren. Doornkaat – ein Unternehmen, das Wirtschaft und Menschen der Stadt Norden für lange Zeit stark geprägt hat.
Jan ten Doornkaat Koolman aus Groningen gründete 1806 mit Unterstützung des Norder Kaufmanns Cremer das Unternehmen Doorkaat. Trotz großer Konkurrenz erlangte die Firma schnell großen Erfolg, der bis in die 1960er-Jahre anhielt. Der legendäre Doornkaat-Mann warb mit dem Slogan „Doornkaat – heiß geliebt und kalt getrunken“ für den 38 volumenprozentigen Schnaps aus Kornsaat.
In den 70er- und 80er-Jahren brach der Absatz ein und Doornkaat erholte sich nicht mehr ausreichend, was letztlich 1991 zum Verkauf an die Firma Berentzen führte. In der Norder Brennerei wird seit 1997 kein Doornkaat mehr hergestellt.
Mit der Schließung des Standortes Norden verlorenen viele Einwohner ihre Arbeitsplätze, der Stadt brachen erhebliche Steuereinnahmen und den Landwirten ein ganzer Absatzmarkt weg. Aber die Familie ten Doornkaat hat in Norden ihre positiven Spuren hinterlassen. Die Unternehmer haben sich gesellschaftlich und sozial stark engagiert, beispeilsweise die Gründung des Heimatvereins und der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Außerdem gründete Gerhard ten Doornkaat 1988 eine Stiftung, die auch heute noch in Ostfriesland eine große Bedeutung hat.
Die Stadt Norden hat die ehemaligen Gewerbeflächen der Firma Doornkaat gekauft. Sie sollen mithilfe von Vorschlägen der Norder Bevölkerung umfassend instand gesetzt und das Areal zu neuem Leben erweckt werden. Bestimmt auch mit dem ein oder anderen gastronomischen Betrieb. Und dann heißt es hier hoffentlich bald wieder „Schätzelein, trink noch ein‘“.
Kontaktdaten
Doornkaatlohne, 26506 Norden
Öffnungszeiten
Jederzeit zugänglich
Unser Tipp
Die überdimensionale Doornkaat-Flasche am Norder Tor erinnert an die Brennerei-Vergangenheit und ist immer noch ein beliebtes Fotomotiv. Unsere Bildquelle: ReinerSliwinski

Leseprobe aus dem Buch
111 Orte in Ostfriesland, die man gesehen haben muss
Erschienen im Emons-Verlag, Autoren: Lena und Manfred Reuter
Land zwischen Teezeremonie und Energiewende
Ostfriesland. Weit mehr als schwarzer Tee und Windmühlen. Längst hat sich die Halbinsel im Norden der Republik zu einer Top-Urlaubsadresse etabliert. Und dennoch gibt es dort jenseits der Touristenattraktionen verborgene Orte, mystische Geschichten und kulturhistorische Schätze, die in ihren Bann ziehen. Ostfriesland ist vor allem wesentlich moderner und innovativer als sein Ruf. Moderne Häfen, erneuerbare Energien, mutige Start-Ups und pfiffige Freizeitangebote machen die Region zwischen Dollart und Jadebusen zu einem ebenso liebenswerten wie wertvollen Lebensraum

Lena Reuter, geboren 1985 in Aurich, kommt aus und schreibt über Ostfriesland. Unter anderem arbeitet Sie an Ihrem Krimi-Debüt und hat die 111 Orte- Reihe mit Büchern über Norderney und Aurich bereichert.
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