Urlaub mit Hund in Ostfriesland
An saftig grünen Wiesen vorbei spazieren, einmal über den Deich aufs Wattenmeer schauen, durch malerische kleine Ortschaften bummeln, die salzige Luft in die Lunge lassen und noch den Geschmack des letzten Fischbrötchens auf den Lippen haben – ein Urlaub in Ostfriesland ist einfach wunderbar. Besonders mit einem Wesen seines Herzens, zum Beispiel dem besten Freund – und der darf auch gerne eine feuchte Nase, weiches Fell und vier Beine haben. Loriot hätte es wahrscheinlich so ausgedrückt:
Ein Urlaub in Ostfriesland ohne Hund ist möglich… aber sinnlos!
Ich persönlich habe zwar eine Katze als Haustier, die mit ihrem ganz bestimmten „Boah, kannst Du mich mal in Ruhe lassen“-Blick hervorragend zu mir passt – aber ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass man gerade in den Ferien in dieser wunderschönen Region mit seinem Hund Zeit am Strand, in einem der uralten Wälder oder an den Wegen entlang der Fehnkanäle verbringen möchte. Der dünn besiedelte Nordwesten Deutschlands hat ja auch wirklich ganz schön viel für so einen Vierbeiner zu bieten: stundenlanges wandern mit bestimmt tausend-und-einem ganz neuen Geruch, toben am Strand und im Wellensaum der Nordsee oder auch Ostfriesland ganz vom Wasser aus besichtigen.

Tolle Urlaubsorte in Ostfriesland für Hund und Herrchen
Eine schöne Region für einen Urlaub mit Hund ist Krummhörn-Greetsiel. Das alte Fischerdorf Greetsiel bietet mit seinen kleinen Gassen, die von historischen Giebelhäusern aus dem 17. Jahrhundert gesäumt werden, viele Bummel-Möglichkeiten. In den vielen kleinen Cafés, Restaurants und Läden ist man oft auch auf Besucher mit Fell eingestellt und hat kleine Leckerlies unterm Tresen oder Wasserschüsseln vor der Türe. Im 600 Jahre alten Hafen kann man an der Westseite tolle Fischerboote und schicke Yachten an der Ostseite des Hafenbeckens bewundern – und vielleicht ergattert Ihr Hund ja einen kleinen Happen von Ihrem Fischbrötchen. Auch die Zwillingsmühlen in grün und rot sollten Ihnen einen Gassi-Gang wert sein. Ein Highlight der Region ist für Herrchen und Bello und Co. auf jeden Fall ein Spaziergang zum höchsten Leuchtturm Deutschlands, den Campener Leuchtturm. Nicht nur das Bauwerk ist besonders, sondern auch die Tatsache, dass man hier ausnahmsweise mit seinem Hund auf dem Deich gehen darf – und zwar vom Trockenstrand Upleward bis zum Leuchtturm. Nicht erlaubt hingegen ist ein Hunde-Besuch am Pilsumer Leuchtturm, der spätestens seit dem Otto Waalkes Film „Otto – der Außerfriesische“ berühmt geworden ist. Das Durchqueren der beweideten Deichanlagen ist mit Hund dort leider nicht gestattet.
Ein völlig neues Areal für Hunde entsteht derzeit in Norddeich. Die Wasserkante wurde neu gestaltet und in diesem Zuge wurde auch der Hundestrand erneuert.
Im Hafen von Neuharlingersiel im ostfriesischen Harlingerland kann man mit seinem vierbeinigen Liebling wunderbar spazieren gehen und den Krabbenfischern bei einer guten Tasse Tee bei der Arbeit zuschauen. Die historische Seriemer Mühle sollte man nicht verpassen und man kann sie mit Hund am besten über den sogenannten Mühlenstrich erreichen. Dieser führt über das Sieltief. Besondere Freude wird Ihr Vierbeiner am großen Strand haben, den man mit ihm vom 01. November bis zum 15. Februar angeleint zu Wanderungen nutzen darf – in der Zeit vom 16. Februar bis zum 31. Oktober darf der Hund dann in dem Gebiet zwischen dem Fähranleger zur Insel Spiekeroog und dem Naturschutzgebiet im Osten sogar in der Nordsee baden. Wer je einen Hund dabei beobachten durfte, der weiß, was echte Begeisterung ist.
Neßmersiel, der staatlich anerkannte Küstenbadeort an der ostfriesischen Nordseeküste, bietet einige Ausflüge, die Ihr Haustier zuhause garantiert seinen Freunden weiter bellen wird: zum einen eine Schifffahrt zu den Seehundsbänken an der Ostspitze der Insel Norderney. Bei der etwa 3h dauernden Fahrt, bei der per Grundschleppnetz auch noch nach Meerestieren gefischt wird, bekommt nicht nur der Vierbeiner ganz neue Eindrücke. Oder man bucht die Wattwanderung Eilers ab Hafen Neßmersiel zu den Inseln Baltrum oder Norderney. Ihr Hund sollte eine Strecke von bis zu acht Kilometern gut laufen können – und kann abends bestimmt selig in seinem Körbchen einschlafen.
So richtig auf die Bewegungsdrang-Kosten kommt Ihr Vierbeiner im einzigen Hunde- und Abenteuerspielplatz an der Nordsee, dem Fun Agility Park direkt am Hundestrand von Neßmersiel. Der 40×40 Meter große Parcours bietet zahlreiche Trainingsgeräte wie Wippen, Slalomstrecken oder Hürden, die sowohl Hund als auch Herrchen ganz viel Spaß machen. Dabei benötigt keiner von beiden besondere Vorkenntnisse, auch Anfänger und Welpen kommen hier gut klar. Auf der Auslauffläche nebenan darf dann auch ohne Leine ausgiebig getobt werden.

Mit dem Hund an einen ostfriesischen Strand
An den oft unendlich erscheinenden Stränden der Region läuft nicht nur das Menschenherz über – auch ein Hund ist bei den vielen Spiel-, Buddel- und Auslaufmöglichkeiten meist völlig aus dem Häuschen und weiß gar nicht, was er zuerst „erledigen“ soll. Am besten erkundigen Sie sich aber im Vorfeld über die Verordnungen und Vorschriften des jeweiligen Ortes, denn nicht überall darf Ihr Hund uneingeschränkt und zu jeder Jahreszeit mit an den Strand. Besonders hundefreundlich gilt da die Stadt Emden: deren Hundestrand liegt in der Knock, der südwestlichsten Landecke der Landschaft Krummhörn, also etwa 15 Kilometer von der Stadt entfernt. Am beschaulichen Sandstrand besteht sogar keine Anleinpflicht – es wird lediglich darum gebeten, den Vierbeiner aus Rücksicht auf andere Besucher trotzdem an der Leine zu führen.
Auf den Inseln geht es da schon strenger zu – auf Juist beispielsweise herrscht überall Leinenpflicht. Mit Hund stehen zwei Strandabschnitte zur Verfügung, die allerdings außerhalb der von Rettungsschwimmern bewachten Zone liegen und auch über keinerlei Strandkörbe verfügen. Wer mit seiner Fellschnauze also hier eine lange Wanderung unternehmen möchte, sollte sich dementsprechend vorbereiten und im Rucksack alle wichtigen Utensilien für alle Beteiligten dabei haben, wie z.B. Kotbeutel, Trinkwasser, Strandmatte und Verbandszeug (falls jemand in eine Muschel tritt oder ähnliches).
Unser Tipp:
In Ostfriesland wird vielerorts eine Kurtaxe für Gäste erhoben. Auch für Hunde wird meist eine Gebühr erhoben. Jede Gemeinde legt die Höhe der Kurtaxe selber fest, so dass sie sehr unterschiedlich ausfallen kann. Die kommunale Abgabe wird eingesetzt, um touristische Angebote einzurichten und zu unterhalten. Dazu gehören auch Plätze für Ihren Liebling, zum Beispiel die Pflege der Hundestrände.
Kleines Gewinnspiel:
Postet Euer schönstes Foto von Eurem Liebling in den Kommentar zu unserem Post zu diesem Beitrag bei Facebook und gewinnt eine digitale OSTFRIESSLANDCARD für Euren nächsten Urlaub in Ostfriesland. Entscheiden tut das Los. Teilnehmen können alle, die ein Foto von Ihrem Hund / Ihrer Hündin bis 30.6.2022 (12.00 Uhr) in die Kommentare zu unserem Beitrag posten. Weitersagen 😉
Bilderquelle: Pexels.com

Uta – ursprünglich eine jecke Niederrheinerin – ist auf der Nordseeinsel Juist entstanden, wo sie auch 16 Jahre lang gelebt hat. Sie bloggt also über ihre zweite Heimat Ostfriesland – und daneben auf Don´t forget to Hüpf.
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