Ostfrieslands Leuchttürme – Was ist neben Deichen, Wallhecken, Windmühlen und schwarz-weißen Kühen noch typisch für die Ostfriesische Landschaft? Richtig! Leuchttürme. Natürlich gibt es sie auf der ganzen Welt. Aber ihr werdet euch wundern, in unserem schönen Ostfriesland gibt es ein paar ganz besondere Exemplare. Die einen punkten mit einer speziellen Lichttechnik, die anderen sind eine kleine Fernsehberühmtheit, und wieder andere haben ganz besonders stürmische Zeiten hinter sich. Achtung: Einer unserer Leuchttürme hier in Ostfriesland ist sogar der höchste Leuchtturm Deutschlands!
Seezeichen gibt es, so lange die Menschen Seehandel betreiben. Schon vor Christi Geburt war das im östlichen Mittelmeer der Fall, und seitdem gibt es vermutlich Leuchtfeuer, damit die Seefahrer in der Dunkelheit ihren Heimathafen wiederfinden.
In Deutschland begann die Hochphase der Leuchtfeuer und -türme im 12. Jahrhundert mit Beginn der Hansezeit. Seitdem entwickelten sich einfache Leuchtfeuer zu modernen Türmen mit neuster Technik. Die Aufgabe der Leuchttürme ist damals wie heute die gleiche. Die Schifffahrtszeichen dienen den Seeleuten zur Ortsbestimmung, zeigen Untiefen an oder dienen der Fahrwassermarkierung. Besonders nachts sind sie in der Dunkelheit durch die Leuchtfeuer weithin sichtbar.
Heute stellen wir euch hier mal fünf ganz besondere Leuchttürme an der ostfriesischen Nordseeküste und auf den ostfriesischen Inseln vor.
Ostfrieslands Leuchttürme – Der Pilsumer Leuchtturm
Der Pilsumer Leuchtturm ist weit über die Grenzen Ostfrieslands hinaus bekannt. Und zwar wegen der „Otto“-Filme des wohl berühmtesten Ostfriesen, des Emder Komikers und Künstlers Otto Waalkes. Im Film „Otto – Der Außerfriesische“ vom 1989 wohnt Otto im Pilsumer Leuchtturm und rettet seine Heimat vor der Zerstörung durch einen großen Konzern.
Nicht nur durch Film und Fernsehen kennt man den Pilsumer Leuchtturm, sondern auch durch das Kinderbuch von Autor Bernd Flessner. Hier spielt das Seezeichen als „Lükko Leuchtturm“ die Hauptrolle.
Der Pilsumer Leuchtturm steht auf einem Deich in der Krummhörn nahe des Küstenörtchens Greetsiel. Durch seinen Kultstatus durch die Otto-Filme und seinen auffallenden, rot-gelben Anstrich ist er ein beliebtes Fotoobjekt geworden. Wenn ihr auch ein Foto haben wollt, seid ihr wahrscheinloch meistens nicht alleine am Turm: Er wird jährlich von tausenden Besuchern bestaunt.
Das elf Meter hohe ostfriesische Wahrzeichen wurde übrigens Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und war damals zunächst nur rot angestrichen.
Ihr könnt den Pilsumer Leuchtturm nicht nur im Rahmen von geführten Touren besichtigen, sondern ihn auch als Trauzimmer nutzen und euch in dem berühmten Otto-Turm das Ja-Wort geben!
Unser Tipp: Es gibt spezielle Kinderführungen in Zusammenarbeit mit dem Lükko-Leuchtturm-Haus. Infos dazu findet ihr auf der Homepage von Greetsiel.
Ostfrieslands Leuchttürme – Der Norderneyer Leuchtturm
Der Leuchtturm auf Norderney heißt offiziell „Großer Norderneyer Leuchtturm“. Und groß ist er wirklich, denn der massiv gebaute Turm steht auf einem 13 Meter hohen, quadratischen Sockel und überragt mit seinen insgesamt etwa 60 Metern Höhe jedes andere Gebäude der Insel. 1874 wurde der Leuchtturm für damals 200.000 Goldmark von einem Leeraner Bauunternehmen fertiggestellt. In zwei Jahren feiert er also schon sein 150-jähriges Bestehen!
Auch wenn sich manche seiner Aufgaben im Laufe der Jahre geändert haben, bliebt der Turm ein unverzichtbarer Fixpunkt auf Norderney. Er ist ein Wahrzeichen der Insel, eine Touristenattraktion und ein Navigationspunkt für Seefahrer. Ja, ihr habt richtig gehört: Auch im 21. Jahrhundert, wo die Schiffe mittlerweile natürlich mit modernen digitalen Navigationshilfen ausgestattet sind, sind Leuchttürme zur Orientierung für die Seeleute unverzichtbar. Und das nicht nur, wenn Strom, Elektronik oder GPS mal ausfallen.
Vom Norderneyer Leuchtturm aus hat man eine spektakuläre Aussicht. Von der umzäunten Galerie unter der Turmspitze kann man an klaren Tagen im Osten die Inseln Langeoog und Spiekeroog, und im Westen Juist und Borkum sowie Eemshaven in den Niederlanden sehen. Dazu kommt natürlich der traumhafte Blick über die gesamte Insel, denn der Leuchtturm steht genau in deren Mitte auf einer rund 10 Meter hohen Düne. Es lohnt sich also definitiv, die Wendeltreppe mit ihren 254 Stufen bis ganz nach oben zu steigen!
Der Eintritt zum Großen Norderneyer Leuchtturm kostet 3,50 Euro, für Kinder 1,50 Euro.
Das eigentliche Highlight ist aber der Lichterkranz. Schaut euch das Seezeichen mit seinem Leuchtfeuer also unbedingt mal bei Nacht an. Grund für das beeindruckende Lichterschauspiel ist ein spezieller Leuchtapparat mit einer weltweit einzigartigen Leuchtfeuertechnik, dem so genannten Fresnelschen Linsenapparat.
Das Leuchtfeuer Norderneys strahlt 20,7 Seemeilen weit, das sind etwa 40 Kilometer. Funfact: Der Leuchtturm Norderney hat das einzige linksdrehende Leuchtfeuer an der deutschen Nordseeküste.
Ostfrieslands Leuchttürme – Der Alte Leuchtturm auf Wangerooge
Der Alte Leuchtturm auf der Nordseeinsel Wangerooge hat im wahrsten Sinne des Wortes stürmische Zeiten hinter sich. Das 1830 erbaute Seezeichen fiel der Neujahrsflut von 1855 zum Opfer, einer Sturmflut, die zu einer verheerenden Flutkatastrophe an der deutschen Nordseeküste führte.
Die Insel Wangerooge traf es besonders hart: Sie wurde weitgehend überflutet und 21 von 75 Wohnhäusern wurden komplett zerstört. Die Flut teilte die Insel in drei Teile, der Friedhof wurde unterspült und die Bewohner mussten in den Süden der Insel fliehen.
Der Alte Leuchtturm was so sehr von den Folgen der Sturmflut bedroht, dass im Osten der Insel ein neuer Turm gebaut wurde. Der alte Turm blieb jedoch noch in Betrieb und wurde einige Jahre später sogar noch um sieben auf 39 Meter erhöht, da er durch den Bau von Hotels nicht mehr ausreichend zu sehen war. 1969 übernahm dann aber endgültig der neue Leuchtturm, da der alte nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik war.
Wenn ihr den Turm auf Wangerooge mit seiner spannenden Geschichte besuchen möchtet, wartet dort das Heimatmuseum mit über 900 spannenden Exponaten auf euch. Außerdem könnt ihr auch hier, im Alten Leuchtturm auf Wangerooge, in einer ganz besonderen Atmosphäre heiraten.
Ostfrieslands Leuchttürme – Der Campener Leuchtturm
Ostfriesland ist nicht nur schön, sondern hat auch jede Menge Superlative im Angebot. Einer davon ist der Campener Leuchtturm, denn er ist der höchste Leuchttürm Deutschlands!
„Dat hoogst Toorntje van Düütsland“ ist ganze 65,30 Meter hoch und gehört damit sogar zu den höchsten Leuchttürmen der Welt. In diesem Ranking landet das Seezeichen aus der Krummhörn auf Platz 14. Er ging 1891 in Betrieb und geleitet die Schiffe mit seinem Leitfeuer durch die Westerems vor Borkum.
Zur Zeit seiner Erbauung war der Campener Leuchtturm eine architektonische Neuheit, denn er ist ein so genannter Stahlfachwerkturm. Seine Bauweise erinnert an den Eiffelturm in Paris. Daher stammt auch sein Spitzname: „Ostfriesischer Eiffelturm“.
Es lohnt sich, die 308 Stufen bis zur unteren Galerie des Campener Leuchtturms zu besteigen. Von dort aus habt ihr einen wunderbaren Blick über die Krummhörn bis nach Emden und bis zur Insel Borkum.
Im Seezeichengarten am Fuß des Turms findet ihr eine Ausstellung von verschiedenen Bojen, Baken und Tonnen und Informationen über die Schifffahrt.
Unser Tipp für die Kleinen: Während der regulären Öffnungszeiten, täglich von 11 bis 17 Uhr, können Kinder das Leuchtturm-Diplom erwerben und Leuchtturmhilfswärter werden. Dafür gilt es, Fragen rund um den Leuchtturm zu beantworten und spannende Aufgaben zu lösen.
Ostfrieslands Leuchttürme – Das Memmertfeuer auf Juist
Zum Abschluss begeben wir uns nochmal auf eine ostfriesische Insel. Neben Norderney und Wangerooge hat auch Juist einen interessanten Leuchttürm zu bieten.
Das besondere am „Memmertfeuer“: Es schickt sein Licht nicht in Richtung Nordsee, sondern auf die Insel.
Woher kommt der Name „Memmertfeuer“? Ursprünglich leuchtete es auf der neben Juist gelegenen Vogelschutzinsel Memmert. Es wurde 1986 stillgelegt, doch die Juister wollten das Leuchtfeuer unbedingt erhalten und auf die Insel holen. So bildete sich eine Interessengemeinschaft, und mithilfe von Spendengeldern von Insulanern und Gästen konnte sogar ein neuer Turm am Hafeneingang gebaut und 1992 eingeweiht werden.
Zwar darf das Leuchtfeuer nicht aufs Wasser hinaus gerichtet sein und somit dient der Leuchtturm heute nicht mehr als Orientierungshilfe für Schiffe. Das Memmertfeuer ist aber zu einem Wahrzeichen der Insel Juist geworden, das an vergangene Zeiten erinnert. Alle 13 Sekunden wirf das Mennertfeuer sein Licht über die Insel.
Während der Sommermonate könnt ihr den Juister Turm gegen eine kleine Gebühr von 1 Euro besteigen.

Lena Reuter, geboren 1985 in Aurich, kommt aus und schreibt über Ostfriesland. Unter anderem arbeitet Sie an Ihrem Krimi-Debüt und hat die 111 Orte- Reihe mit Büchern über Norderney und Aurich bereichert.
Ostfrieslands Leuchttürme – Seezeichen mit Aussicht
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